

Theatergründerin Liesel Christ.
Das Frankfurter Volkstheater stellt ein vielfältiges Angebot von volksbezogenen Werken des großen Theaters, bewährten Unterhaltungsstücken, Arbeiten engagierter junger Autoren und auch Wiederentdeckungen längst vergessener Bühnenliteratur vor.
Der Bogen des Repertoires spannt sich von Goethes "Urfaust" über Zuckmayers "Der fröhliche Weinberg" und "Katharina Knie", über Breitbachs "Jubilarin", Brechts „Mutter Courage“ oder „Dreigroschenoper“ und die Adaption Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“, den das Volkstheater freilich als „Der hessische Jedermann“ aufführte, bis zu „Kleiner Mann, was nun?“ nach Hans Fallada. Er umfasst sowohl beliebte Stücke des alten Frankfurter Mundarttheaters von Malß und Stoltze oder des Darmstädters E.E. Niebergall, wie auch die neuen, sozialkritischen, zeitgenössische Dimensionen erschließenden Werke von z.B. Wolfgang Deichsel, Fitzgerald Kusz, Sabine Thiesler, oder Stefan Vögler - wie „Bleiwe Losse“, „Schweisch Bub'“, „Hochzeit bei Bohneberjer“ oder „Altweiberfrühling“.
Das 1971 von Liesel Christ gegründete Theater, damals noch ohne festes Haus, ist längst ein hoch anerkannter Faktor des Frankfurter Theaterlebens geworden und hat sein adäquates Domizil im Cantatesaal neben dem Goethehaus gefunden.
Als einziges Theater der Stadt spielt das Volkstheater bis auf wenige Ausnahmen alljährlich während der Sommermonate im Freilicht, im Innenhof des Dominikanerklosters, um eine sehr beliebte Frankfurter Tradition fortzusetzen. Besonders stolz ist die gesamte Theatermannschaft, dass bei Regen keine Vorstellung ausfallen muss: eine zweite Dekoration im Großen Hirschgraben sorgt problemlos für eine kurzfristige Verlegung ins Trockene.
Im Volkstheater Frankfurt wird bewiesen, dass der Dialekt nicht nur Heiterkeit hervorruft, sondern alltägliche Problematik und provinzielles Denken dem Publikum viel realistischer nahe bringen kann, als dies die Hochsprache vermag.
Der Spielplan des Volkstheaters will unterhalten und beschäftigen, amüsieren und nachdenklich stimmen, immer in der Sprache, die die seines Publikums ist.

Das Volkstheater Frankfurt befindet sich im Großen Hirschgraben 21, direkt neben dem Goethehaus.
Bekannt und gefragt wurde das Volkstheater über die Grenzen Frankfurts hinaus durch seine zahlreichen Gastspiele im Raum Hessen, in Israel - Tel Aviv und Haifa - sowie seine über 20 Fernsehaufzeichnungen, so zum Beispiel „Der Eingebildete Kranke“ (Moliere/Kaus) mit Heinz Schenk, „Die fünf Frankfurter“, noch mit Liesel Christ und „Der alte Bürgerkapitän“ sowie zuletzt „Keine Leiche ohne Lily“ mit den Gaststars Bodo Bach und Sonya Kraus.
Das Volkstheater Frankfurt beschäftigt im Jahr durchschnittlich 50 Mitarbeiter. Sämtliche Produktionen, fünf bis sechs Inszenierungen, einschließlich Märchen, ca. 255 Vorstellungen p.a., entstehen mit eigenen zusammengestellten Ensembles in jeweils eigenen Produktionen. Die Dekorationen werden in der eigenen Werkstatt des Volkstheaters hergestellt. Das Volkstheater Frankfurt zählt pro Jahr bis zu 80.000 Besucher.
Vom ehemaligen Kulturdezernenten erhielt das Ensemble des Volkstheaters den „Harlekin“, die Auszeichnung der Frankfurter Volksbühne, mit der Begründung, dass es auf höchstem künstlerischem Niveau arbeite - und mit dem minimalsten wirtschaftlichen, finanziellen Aufwand.
So ist es bis zum heutigen Tag geblieben.
Frankfurter Volkstheater e.V. wurde am 15.02.1971 unter der Nummer 5955 in das Vereinsregister beim Amtsgericht Frankfurt am Main eingetragen. Zweck des Vereins ist es, durch den Betrieb einer Schauspielbühne in gemeinnütziger Weise, zur Förderung von Kunst, Erziehung, Volksbildung und Heimatpflege dem Publikum Theateraufführungen nach anerkannten künstlerischen Grundsätzen anzubieten.